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PANEL Online, Ausgabe zwei, November 2006

Patina

Was man beim Aufräumen so findet...

Die PANEL-Redaktion bemüht sich ja um aktuelle und umfassende Berichterstattung in den News, aber die PANEL-Redaktion bemüht sich auch um den Weltfrieden, ein gutes Betriebsklima und darum, dass sich nicht zu viele Nazis breitmachen. Das ist nicht immer von Erfolg gekrönt und außerdem viel Arbeit, deshalb bleibt auch mal was liegen. Ein paar der interessantesten Themen der letzten Monate präsentieren wir auf dieser Seite.

Mehr Comics zu lesen

Im Sommer hat sich eine neue Comic-Webseite gegründet, die wir euch nicht vorenthalten wollen: The Chemistry Set enthält professionell gestaltete Independent-Comics, präsentiert in Weblog-Technik, die alles ein bisschen hipper und aktueller erscheinen läßt, als es eh schon ist. Eine sehr schöne, wenn auch zur Zeit noch überschaubare, Seite.

Neues von Dave Sim: Zwei Jahre nach Beendigung seiner Mammutserie "Cerebus" erscheinen jetzt im Netz unter dem Titel Siu Ta (so far) - die Memoiren der Schauspielerin Siu Ta, gezeichnet von Sim.

Normalerweise lassen wir die Fan-Fiktion links liegen, als etwas, das man machen kann, aber nicht erwähnen muss. Aber ein Fanprojekt zu der "kurzlebigen aber vielgeliebten" (Wired) TV-Serie "Firefly" ist so sympathisch, dass es zumindest mal kurz erwähnt werden soll: Serenity Tales versammelt Webcomics von sehr talentierten Serenity-Fans. Mit Culture Pulps Mike Russell ist sogar mindestens ein relativ namhafter Zeichner dabei.
Wer immer noch nicht genug kriegen kann von Serenity: Das Parallelwelten-Netzwerk Multiverse hat angekündigt, eine Multiplayer-Spielumgebung nach Firefly zu gestalten.

In der Blogosphäre begrüßen wir indes Paul Pope, Eddie Campbell und Terry Moore, der uns über die Arbeit an den letzten Heften seiner Serie "Strangers in Paradise" auf dem Laufenden hält, die im Mai 2007 abgeschlossen wird,

Mehr über Comics zu lesen

Wie das so ist ... nur per Zufall sind wir im Netz auf das Kulturmagazin „Leeson“ gestoßen. Neben vielen interessanten Artikeln aus dem Bereich Indie und Komerz bietet „Leeson“ pro Ausgabe auch immer einen empfehlenswerten Text mit Comicbezug. Besonders bemerkenswert ist die Auswahl. Anstatt den Mainstream zu hofieren, konzentriert man sich auf die weniger bekannten Vertreter der Neunten Kunst. Zwölfmal ist „Leeson“ schon erschienen, und beim Durchstöbern der Ausgaben kann man viel interessantes über Trondheim, Bernd Pfarr, Bézian, Chris Ware, Joe Sacco, Edmond Baudoin, Philippe Dupuy und Charles Berberian lesen.

Auf den Seiten des Goethe-Instituts gibt es seit einiger Zeit einen speziellen Bereich, der sich mit deutschen Comics beschäftigt, also zahlreiche Infos über Bildgeschichten gibt, die aus Deutschland kommen bzw. von deutschsprachigen Künstlern gemacht worden sind. Zur Zeit findet man aber leider nur Informationen zu den „wichtigsten“, man kann auch sagen etabliertesten, Zeichnern und Zeichnerinnen. Somit fällt natürlich sehr viel Interessantes unter den Tisch. Hier müssen die Goetheanhänger noch etwas mehr Gespür entwickeln. Dennoch: Die Künstlerportraits, Kurzbiografien mit Liste der Publikationen, die Buchtipps und Links zu den Künstler- und Verlagsseiten sind nett gestaltet und informativ.

Who wants to be a Rocket Pirate?

Kurz nach Einrichtung des inzwischen etwas erlahmten Forums Die Puny Humans (wir berichteten) gab es den nächsten "Call for Action" von Kultautor, Mastermind und Medienvoranbringer Warren Ellis. Unter dem Namen "Rocket Pirates" betreut Ellis, voraussichtlich ab Januar, eine Online-Comic-Community, ähnlich wie WebComics Nation, deren Betreiber Joe Manly Ellis überhaupt erst auf die Idee gebracht hat.
"It’s going to be a massive thing. The equivalent of a fat anthology. I don’t expect you to like everything there. That’s not how anthologies work, after all. I do, however, figure that most people will find something to love in there, and that the association of the work will lead you to try something new", schrieb Ellis im August über den Stand der Dinge.

Von Masken und Filmen

Manchmal hat man wirklich nicht das Gefühl, in einer Kulturnation zu leben: Während Neil Gaimans neuer Comic "Eternals" in den USA mit einem mörderischen Hype anlief, hat hierzulande sein Film "MirrorMask" kaum Erwähnung gefunden. Dabei ist das Werk der reinste Zucker: Unter der Regie von Kult-Künstler und CGI-Zauberer Dave McKean sucht ein Mädchen, das am Anfang noch vom Zirkus in die richtige Welt weglaufen wollte, in einer märchenhaft-schrägen Parallelwelt nach der titelgebenden Maske. Wer da jetzt an Jim Hensons "Labyrinth" denkt - richtig, der Film war als eine Art Fortsetzung gedacht und wurde in Hensons Haus, umringt von Muppets, geschrieben.
Überhaupt, Gaiman-Filme: "Stardust" (nach dem Buch von Gaiman und Charles Vess) und Robert Zemeckis' "Beowulf" (nach einem Drehbuch von Gaiman) sind in der Post-Produktion, ist auch gut unterwegs. Henry Selick (Nightmare before Christmas) dreht "Coraline" als Stop-Motion-Animation, und McKean macht sich als nächstes an die Adaption des gemeinsamen Comics "Der letzte Film". Nur aus Terry Gilliams seit Jahren immer wieder geplanter Verfilmung von "Ein gutes Omen" (nach Gaiman und Terry Pratchett) wird wohl auch 2007 nichts.

Super-Kevin

Der große Comic-Film-Hype der Saison war dann doch nicht X-Men 3, sondern der vergleichsweise langatmige "Superman Returns". Der hatte es auch nötiger, und so war dieser Film in aller Munde - bis er dann anlief. (Schon gemerkt? Danach kam irgendwie nicht so viel.) Es hat auch lange genug gedauert: Auf dem Weg zum endgültigen Film sind so viele Fassungen verworfen und große Namen aus dem Filmgeschäft verbraucht worden wie selten. Tim Burton (mit Nicholas Cage als Supie) ist einer der bekannteren. Oder Kevin Smith. Der Clerks-Macher hat ein ebenso hervorragendes wie chancenloses Skript abgeliefert. Der Film hätte "Superman Lives" geheißen, und bei einer College-Fragestunde (übertragen auf YouTube) spricht Smith darüber, wie es dazu kam, und wie dann doch nicht. Dann erzählt er von seinem Problem mit Tim Burton.. Als Bonustrack bieten wir noch einen kurzen Interviewschnipsel über "Superman Returns". Zusammen sind die Clips etwa halb so lang wie der Film - und doppelt so unterhaltsam.

Zensur: Kein Vorbild für Kinder

Nach einer Beschwerde von Jugendschützern, dass die Cartoons im englischen Kinderfernsehen nicht für Kinder geeignet seien, wurden im August Konsequenzen angekündigt. Besonders betroffen sind Tom & Jerry, aber auch Familie Feuerstein, die Jetsons, Scooby Doo und andere Hanna-Barbera-Cartoons sind jetzt von der Schere bedroht. Grund: Zwischen den Jagd-und Metzelszenen wird immer mal wieder geraucht. Und das geht ja nun wirklich nicht. (Was nicht heißen soll, dass eine Zensur der Jagd- und Metzelszenen in Ordnung wäre.) Turner Broadcasting, die Mutterfirma des Kindersenders "Boomerang", wo die beanstandeten Cartoons liefen, hat angekündigt, einem Verbot zuvorzukommen und "freiwillig" Rauchszenen aus über 1500 Hanna-Barbera-Cartoons zu entfernen. Kinder können dadurch lernen, dass es in Ordnung ist, auch dem kleinsten gesellschaftlichen Druck nachzugeben. Damit es keine Missverständnisse über die Größenordnung des Problems gibt: Wie Comic-Autor und Vielblogger Mark Evanier hervorhebt, handelt es sich bei dem Auslöser um EINE Beschwerde gegen ZWEI Tom & Jerry-Cartoons.

Mehr zu gucken

Weird Al Yankowic' neues Album "Straight Outta Lynwood" wird begleitet von sechs animierten Videos. Das ist ein neuer Schritt für Yankowic, der dafür bekannt ist, in seinen Videos die Songs, die er covert, auch visuell zu parodieren. Die meisten Videos zum neuen Album sind dementsprechend nicht die zu den darin enthaltenen Parodien, sondern zu den Originalen. Die erste Single, das wunderschön-freche "Don't Download this Song", machte bereits im August die Runde durch die Blogosphäre - mit einem Video von Bill Plympton!

Wie Toutenbd mitteilt, plant das Animationsstudio Welldone eine animierte Verfilmung von Loisels und Le Tendres Comic-Epos "Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit". Ein Teaser ist auch schon zu sehen, ist aber noch eher skizzenhaft. Andere Comicverfilmungen, die wir im nächsten Jahr erwarten dürfen: Marjane Satrapis "Persepolis", dessen Produktion von Satrapi in ihrem Produktions-Blog dokumentiert wird. Und "30 Days of Night", die brilliante Vampirsaga von Ben Templesmith und Steve Niles, der auch das Drehbuch geschrieben hat, wird zur Zeit von Sam "Spider Man" Raimis Firma Ghost House als Realfilm produziert.


Soviel für diese Ausgabe. Das Schlusswort überlassen wir diesmal Eddie Campbell, der eine wichtige Botschaft für alle hat, denen es mit der Revolution nicht schnell genug gehen kann:


JAK

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