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22. 05. 2007

Linien klar zum Hundertsten

herge (3k image)Heute vor hundert Jahren wurde mit Herg einer der einflussreichsten Zeichner und Autoren des europischen Comic geboren. Seine Abenteuer um Tintin (Tim und Struppi) gehren zu den meistgelesenen Comics berhaupt (und zu den wenigen, die auch in Deutschland bereits frh als "kein Kinderkram" anerkannt wurden). Mit seinem klaren, gleichmigen Strich gilt Herg auerdem als Haupteinfluss der "Ligne Claire", die auch zeitweise als "Style Tintin" bezeichnet wurde.

Georges Remi, wie Herg mit brgerlichem Namen hie, wurde am 22. 5. 1907 in Brssel geboren. Seine Karriere begann er 1925 bei der katholischen Zeitung "Le XXe Sicle", fr die er ab 1928 die Jugendbeilage "Le Petit Vingtime" betreute. Fr diese Beilage zeichnete er schlielich "Tintin", dessen erstes Abenteuer "Tim im Lande der Sowjets" ab 1929 erschien, und ab 1930 "Stups und Steppke". Diese Serie blieb aber wie "Jo, Jette und Jocko" (1935) weit hinter dem Erfolg von "Tim" zurck.

Ab 1946, nach einer kriegsbedingten Zwangspause, erschienen Tims Abenteuer in einem eigenen Magazin. Sowohl das "Tintin"-Magazin als auch das 1950 gegrndete "Studio Herg" wurden zu Angelpunkten der Ligne Claire, als deren frhe Aushngeschilder neben Herg dessen Assistenten E.P. Jacobs, Jaques Martin, Bob de Moor und Roger Leloup gelten. Die Ligne Claire zeichnet sich - neben der titelgebenden Strichfhrung - durch stark vereinfachte Figuren vor detailgetreuen Hintergrnden aus, wodurch die Erzhlug vorangetrieben wird und zugleich realistisch "grundiert" wirkt.

Die frhen Tim-Abenteuer sind noch einigermaen grob erzhlt und von Klischeevorstellungen geprgt, die sich aus heutiger Sicht als rassistisch deuten lassen (besonders im zweiten Abenteuer, "Tim im Kongo"). Einiges nderte Herg spter fr die Albumausgabe. berhaupt ist Herg dafr bekannt, seine Geschichten bei Neuauflagen immer wieder sowohl zeichnerisch als auch inhaltlich berarbeitet zu haben.

Herg legte zunehmend Wert darauf, seinen Reiseabenteuern detaillierte Recherchen zugrunde zu legen. Auch die politische Situation der jeweils von Tim bereisten Lnder lie er in seine Abenteuer einflieen. Als Wendepunkt gilt hier der fnfte Band "Der blaue Lotos", der einige internationale Proteste provozierte, etwa von der japanischen Regierung. Sein spterer Band "Tim in Tibet" brachte dagegen 2001 die chiesische Regierung auf, als die Herg-Stiftung, die Hergs Erbe seit seinem Tod 1983 verwaltet, eine politisch verfrbte chinesische bersetzung verhinderte. 2006 wurde Herg fr diesen Band vom Dalai Lama ausgezeichnet.

Wesentlicher als die politische Dimension ist aber Hergs knstlerischer Einfluss, der sich besonders in Frankreich, Belgien und den Niederlanden, etwa in den Comics von Tardi, Chaland, Kuipers, oder Shuiten niederschlgt, um nur ein paar zu nennen.

Natrlich gibt es zum Hundertsten einige Gelegenheiten, den Meister zu wrdigen: Es gibt Ausstellungen im Centre Pompidou in Paris und im BELvue Museum in Brssel. Die Belgische Mnzprgeanstalt bringt eine Sondermnze heraus. In Rotterdam und Ostende wird das Musical "Der Sonnentempel" aufgefhrt (Preview hier).

Unabhngig davon bereiten Steven Spielberg und Peter Jackson zur Zeit eine Neuverfilmung von drei Tintin-Abenteuern vor. Man darf gespannt sein, wie das aussieht...




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